Es gibt Lebenssituationen in unser aller Sein, die sich nicht immer ankündigen. Das sind die Momente, in denen wir spüren, dass sich etwas grundlegend verändert, noch bevor wir es benennen können. Wir funktionieren vielleicht noch, wir gehen weiter, wir halten fest an dem, was uns vertraut ist, und gleichzeitig merken wir, dass sich innerlich aber bereits alles verändert.
Ein tiefes Gefühl von Unruhe und nicht mehr in dem gewohnten Bereichen zu schwimmen, ein Gefühl von, hier stimmt etwas nicht, ja, und auch von dem Gefühl, dass sich irgendetwas nicht mehr aufhalten lässt.
Und wir beginnen zu ahnen, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem es nicht mehr darum geht, einfach so weitermachen zu können, sondern dass wir hinschauen müssen. Nicht gegen das, was ist und nicht gegen den Weg, der vor uns liegt, nein, wir müssen erkennen, dass wir vordergründig Orientierung für uns brauchen, für unsere innere Stabilität sowie für das Vertrauen, was wir benötigen, um den Umgang mit uns selbst wiederzufinden, weil sich unser Leben gerade in alle Richtungen stark verändert.
Vielleicht erkennst du dich genau hier wieder und genau von diesem Punkt aus beginne ich mit meiner Geschichte. Sie begann vor drei Jahren mit einer Diagnose Krebs. Eine Diagnosestellung, die in ihrem Heilungsverlauf aussichtslos war. Ich habe mich mit allen Wegen auseinandergesetzt und mich schließlich für meinen persönlichen alternativen Weg entschieden. Ein Weg, auf dem ich rückblickend meine Glaubenssätze aus der Vergangenheit, meine gelebten Räume, die ich tief in mir verschlossen hatte, wieder aufgeschlossen habe. Tür für Tür. Es war kein leichter Weg, aber ich durfte an mir wachsen. Ich durfte eine neue Orientierung in mein Leben lassen.
Und genau daraus ist meine heutige Arbeit neu entstanden:
Ich begleite Menschen über Bildhaftigkeiten dabei, ihre inneren Räume wieder zu öffnen und neue Orientierung in sich selbst zu finden.
Manchmal triffst du im Leben auf Momente, auf die dich nichts vorbereitet.
Du gehst deinen Weg.
Nicht perfekt, nicht geplant – aber vertraut.
Alles hat irgendwie seinen Platz.
Und dann passiert etwas.
Ein Termin. Ein Gespräch. Ein Satz.
Und plötzlich ist nichts mehr wie vorher.
Du stehst da –
und merkst, deine alte Identität ist unwiederruflich gegangen.
Das neue ist nicht greifbar... und du fühlst dich weder im Vergangenen noch im zukünftigen Moment angenommen.
Du spürst keinen Boden unter den Füßen.
Auch kannst du Keine klare Richtung spüren in die das Leben dich trägt.
Dieses Gefühl das dein ganzes vergangenes Leben gerade unwiederruflich
ausgelöscht wird.
Über allem schwebt ein riesiges Fragezeichen, Ängste vor Ungewissheit wechseln sich mit dem Gefühl der tiefen Ohnmacht sekundenweise ab.
Vielleicht kennst du das.
Du gehst irgendwo hin, erwartest nichts Besonderes –
und kommst mit etwas zurück,
das dein ganzes Leben in Frage stellt.
In meinem Fall eine heftige Diagnose.
Eine neue Wahrheit, die mein Gegenüber aufstellte.
Der Moment, der mich sehr tief in meine Vergangenheit zurück führte.
Ich wurde ohne Wenn und Aber dazu gezwungen hin zu schauen.
Ich wurde konfrontiert mit etwas,
das ich vorher weit von mir weggeschoben habe.
Etwas wo ich immer gemeint habe, das es mich nie treffen wird.
Endlichkeit.
Veränderung.
Entscheidung.
Und dann beginnt etwas in einem zu arbeiten, der Kopf will begreifen will es analysieren und eine Lösung herbei führen.
Man sucht.
Du hörst dir Meinungen an.
Der Kopf versuchst zu verstehen.
Aber je mehr man hört,
desto enger wird der Raum der Orientierung.
Die Stimmen im Kopf werden immer lauter, und die vielen Richtungen verunsichern. Da sind die gut gemeinten Ratschläge der anderen, aber auch die vielen
individuellen Wege die man in persönlichen Gesprächen mitteilt.
Der Raum des Fühlens tief in einem drin, wird immer weiter eingeengt.
Für dein Gefühl.
Für deine eigene Wahrheit.
Und genau dort –
in diesem engen, stillen, oft unbequemen Punkt –
entsteht der Zwischenraum deiner persönlichen Orientierung.
Ein Raum, in dem nichts mehr sicher ist.
Aber alles möglich wird.
Und vielleicht ist genau das der Moment,
in dem du beginnst, dich wirklich mit dir auseinander zu setzen.
Du bist nicht gegen das Neue.
Vielmehr spürst du das Du zurückblicken musst um den Moment oder das Ereigniss neu erfassen zu können was gerade deinen Orientierungs Raum füllen
will.
Du darfst zurück blicken.
Nicht weil du musst –
sondern weil du spürst,
dass dort etwas im Verborgenen liegt.
Deine ureigene Geschichte.
Deine persönlichen Erfahrungen.
All das, was dich seid deiner Geburt bis Heute geformt hat.
Und du fängst an hinzuschauen.
Schicht für Schicht schaust du dir an, was der Auslößer war für das was sich jetzt gerade noch unüberwindbar in dir zeigt.
Du bist nicht vorbereitet, aber du bist gewillt dich deinen persönlichen Herausforderungen zu stellen.
Aber diesmal ehrlich.
Und mit jedem Schritt den Du mutig gehst,
wird es leiser in dir.
Klarer.
Nicht, weil du sofort Antworten bekommst, Nein weil du beginnst, dich Selbst bewusst wahrzu
nehmen.
Und plötzlich verändert sich etwas:
Die Möglichkeiten, die vorher so weit weg waren, die Befremdung zu deinem ureigenen Bewusstsein, diese beginnt sich zu verändern.
Du nimmst die Situation die Dir gerade den Boden unter den Füßen weg genommen hat anders wahr.
Angst verliert seine Kraft durch dein Vertrauen was sich in dir regt.
Und vielleicht darfst du erkennen, dass Vertrauen in dich und dein Sein,
dir inneren Halt geben kann.
Räume der Orientierungslosigkeit sind kein Stillstand.
Er sind die Orte tief in dir, an denen du dich neu ausrichten darfst.

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