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Raum der Kontrolle

Ich war heute in einem Pflegeheim.

 

 

Und während ich so durch diese Räume ging, hatte ich plötzlich das Gefühl, dass ich aus einem ganz bestimmten Grund dort war.

 

 

Weil ich etwas sehen sollte.


Etwas, das unsere Gesellschaft verdrängt.

 

Wir sprechen über Selbstverwirklichung.
Über Erfolg.
Über Schönheit.
Über Optimierung.
Über Bewusstsein.

 

 

Aber wir sprechen kaum über Krankheit.
Über Abhängigkeit.
Über Würde.


Und nicht über den Moment, in dem ein Mensch vielleicht nicht mehr selbst entscheiden kann, ob er aufsteht, isst oder zur Toilette geht.

 

 

Und genau dort begann ein innerer Zwischenraum.

 

 

Ich zog aus dem Symbolon und der astrologischen Aspektlehre die Angst.
Nicht aus Panik.
Nicht als Warnung.

 

Sondern als erneute Konfrontation mit dieser Realität.

 

 

Denn vielleicht ist Angst manchmal einfach nur der Moment, in dem wir erkennen, dass das Leben nicht kontrollierbar ist.

 

Dass der Körper zerbrechlich ist.
Dass die Seele zerbrechlich ist.
Dass Selbstständigkeit enden kann.
Und dass Würde plötzlich davon abhängt, ob jemand da ist, der dich überhaupt noch sieht.

 

Danach kamen weitere Karten aus dem Tarot of Oneness
The Star.
Ace of Pentacles.
Embodiment of Cups.

 

 

Hoffnung.
Wert.
Verkörperung.

 

 

Als würde das Leben sagen wollen:

 

Schau hin.
Verliere dein Licht nicht, wenn du die Wahrheit des Menschseins siehst.“

 

 

Vielleicht beginnt Bewusstsein nicht dort, wo alles immer leicht ist.
Vielleicht beginnt Bewusstsein genau dort, wo wir aufhören, immer wieder wegzuschauen.

 

 

Ich arbeite selbst mit Zwischenräumen.
Mit inneren Räumen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Zwischen Sehnsucht und Wahrheit.
Zwischen Angst und Bewusstwerdung.

 

Und heute hatte ich das Gefühl, selbst durch einen solchen tiefen Raum geführt worden zu sein.

 

 

Und vielleicht liegt die eigentliche Menschlichkeit, das eigentliche Bewusstsein, nicht darin, perfekt zu funktionieren.

 

 

Sondern darin, auch den unbequemsten Teil des Lebens anschauen zu können, ohne innerlich davor zu fliehen.

 

 

Denn am Ende bleibt uns allen vielleicht nur eine einzige Frage:

 

Wer sind wir, wenn unsere Kontrolle wegfällt?

 


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